Geschichte

Nachdem es im Jahr 1950 im österreichischen Bundesland Tirol mit Genehmigung durch die französische Besatzungsmacht und ihren Oberstkommandierenden General Emile Béthouart zur Gründung des "Bundes der Tiroler Schützenkompanien" gekommen ist, wurde neben anderen Schützenbataillonen im Lande auch zunächst der Schützenbezirk und in der Folge (1966) das "Schützenbataillon Innsbruck Stadt", seit 2002 "Schützenbataillon Innsbruck", errichtet.

Damals bestanden in Innsbruck infolge der Eingemeindungen von 1904 bzw. von 1938 bis 1942 die Schützenkompanien von Amras, Arzl, Hötting, Igls/Vill, Mühlau, Pradl und Wilten, deren Geschichte durchwegs in die Zeit des alten Tirol vor dem Ende des österreichischen Kaisertums (1918) zurückreicht, die jedoch im großen und ganzen - abgesehen von lokalen Ausnahmen - in der Zeit des NS-Regimes in Österreich (1938-1945) verboten waren, nachdem damals in der Regel nur Gliederungen der NSDAP oder Vereine, die als Parteigliederung galten, geduldet waren.

Schon bald nach Kriegsende, was auch das Ende des Regimes bedeutete, traten die genannten Schützenkompanien - manche bereits im Jahr 1945 - wieder in Erscheinung und erhielten bereits anlässlich der Fronleichnamsprozession des Jahres 1947 vom Französischen Hochkommissariat in Österreich mit Schreiben vom 19. Mai 1947 in Innsbruck die Bewilligung, an der Prozession "gemäss den alten Tiroler Traditionen" wieder als Ehrengeleit "mit Gewehren" teilnehmen zu können.

In Entsprechung zum Siedlungswachstum der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck nach 1945, welches im Bereich der eingemeindeten alten Dorfgemeinden eine Reihe neuer Stadtteile hervorbrachte, konnten durch die Initiative begeisterter Altschützen auch in diesen neuen Stadtteilen neue Schützenkompanien entstehen bzw. gegründet werden.

Namentlich sind dies im Osten der Stadt die Schützenkompanien "Alter Schießstand" (1970) und "Innsbruck-Reichenau" (1973) in den Stadtteilen Neu-Arzl/Olympisches Dorf und Reichenau sowie im Westen, im Stadtteil Hötting-West/Allerheiligen, die Kompanie "Allerheiligen" (1989).

Überdies ist es gelungen, auch im ältesten historischen Kern der Stadt, in St. Nikolaus - Mariahilf durch die Wiedergründung der "Stadtschützenkompanie St. Nikolaus - Mariahilf" (1971) die Tradition der uralten Stadtschützen zu erneuern.

Dementsprechend zählt das Schützenbataillon Innsbruck heute elf Kompanien, als deren Wurzeln die Aufgebotsmannschaften der alten "Gerichte" (Stadtgericht Innsbruck, Hofmarkgericht Wilten, Propsteigericht Amras sowie durch Hötting, Igls und Vill anteilig das Landgericht Sonnenburg sowie durch Arzl und Mühlau anteilig das Landgericht Thaur) zu erblicken sind.

Am 19. 4. 1966 wurde der Schützenbezirk auf Schützenbataillon Innsbruck Stadt umbenannt.
Seit November 2002 führt das Bataillon den Namen "Schützenbataillon Innsbruck".

Die bisherigen Kommandanten des Schützenbataillons Innsbruck (vorm. Bezirk):

1. Bezirkskommandant Mjr. Karl SAGSTÄTTER, Schützenkompanie Wilten, von 1950 bis 1962.
2. Bezirkskommandant Mjr. Josef WOPFNER, Schützenkompanie Igls/Vill, von 1962 bis 1965.
3. Bezirkskommandant Mjr. Hermann WANKER, Schützenkompanie Amras,
von 1965 bis 1970.
4. Bataillonskommandant Mjr. Franz STEINLECHNER, Standschützenkompagnie Pradl,
von 1970 bis 1973.
5. Bataillonskommandant Mjr. Walter DREXEL, Schützenkompanie Igls/Vill,
von 1973 bis 1979.
6. Bataillonskommandant Mjr. Friedrich SEIB, Schützenkompanie Hötting, von 1979 bis 1994.
7. Bataillonskommandant Mjr. Erich ENZINGER, Schützenkompanie Innsbruck-Reichenau, 
von April 1994 bis 25. November 2009. 
8. Bataillonskommandant Mjr. Helmuth PAOLAZZI, Standschützenkompagnie Pradl,
seit 25. November 2009.

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